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  • Age of Empires III: The Age of Discov..
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Living in America

05.09.2005 | PC | Autor: Gleb

Ersteindruck:
85 - 95%
Selbst gespielt:
Nein

Sechzehn Millionen Hobbystrategen können nicht irren: "Age of Empires" ist neben „WarCraft" und „Command & Conquer" der Strategieevergreen schlechthin. 1997 kam das prähistorische Besiedeln wie aus dem Nichts und eroberte die Herzen mit seinem zugänglichen, anspruchsvollem Gameplay im Sturm. Acht Jahre später wollen die Ensemble Studios das Genre zu neuen Höchstleistungen peitschen. Gegenstand des nunmehr vierten „Age"-Spiels - das Spin-Off „Age of Mythology" eingerechnet- ist die Besiedlung Amerikas und der darauf folgende Unabhängigkeitskrieg. Acht Parteien (England, Frankreich, Spanien, Russland, Deutschland, Holland, Türkei, Portugal) kloppen sich um die Vorherrschaft in der Neuen Welt. Die Kampagne beginnt auf Malta, wo wir die türkische Invasion zurückschlagen und ein altes Artefakt entdecken, das uns über den großen Teich führt.

Freunde machen
Mit den neutralen Völkern kann man Handel treiben. Man kann sie aber auch einfach in Ruhe ihr Ding machen lassen.

Was die Präsentation der Geschichte angeht, sticht "Age of Empires III" nicht hervor: Geskriptete In-Game-Sequenzen, kurze Dialoge, vorhersehbare Aufgabenstellungen - nichts, was man nicht schon gesehen hätte. Und noch immer hegt man manchmal den Wunsch, dass die Hersteller doch wieder zu gerenderten Sequenzen zurückkehren mögen. Selbst bei einer so detailreichen Grafik wie der von "Age III" kommen die Sequenzen nicht wirklich authentisch rüber. Macht aber nichts, die Missionen sind umso spannender: Da muss beispielsweise eine Festung unter Zeitdruck verteidigt werden. Während man mit Argusaugen den schleppenden Einheitennachschub beäugt, rennen einem die Türken von drei Seiten die Bude ein.

Zuhause ist's am schönsten
Als die Mauern zu bröckeln beginnen, soll man mit einer Hand voll Arbeiter ein Signalfeuer abseits der Festung entzünden, um Verstärkung anzufordern. Kaum sind die unbewaffneten Recken entsandt, schicken die Türken ein Schiff zur Feuerstelle, um das Entzünden zu verhindern - nun müssen wir also unsere ohnehin arg in der Unterzahl befindlichen Truppen zum Schutz der Arbeiter über die halbe Karte befördern. Am Ende brennt es doch noch und ein befreundeter Kommandant rückt mit einer kräftigen Reiterstaffel an. Die Türken ziehen sich zurück, die Mission ist geschafft - und das ist erst der dritte Auftrag. Bravo Ensemble! Das macht Spaß und ist ungewohnt temporeich für die „Age of Empires"-Serie. Dogmatische Fans müssen sich jedoch keine Sorgen machen: Es gibt auch die klassisch-langsamen, aufbaulastigen Missionen.

Am Grundkonzept hat sich nichts geändert: Arbeiter hacken Holz, sammeln Nahrung, kloppen Gold und Stein, bauen Häuser. Während man die Siedlung ausbaut und erste Einheiten produziert, legt man Ressourcen für den Schritt in die nächste Epoche zurück. Einmal erreicht, stehen zahlreiche neue Upgrades, Gebäude und Einheiten zur Auswahl. Eine grundlegende Neuerung kommt mit dem „Heimatstadt"-Feature ins Spiel: Mit nur einem Klick wechseln wir in die 3D-Ansicht unserer Basismetropole, beispielsweise London. Hier können wir durch erlegte Feinde und erbaute Gebäude verdiente Erfahrungspunkte in Hilfsgüter investieren. So kann man eine Hand voll Arbeiter bestellen, wahlweise auch Ressourcen oder gar einen sofort baubaren Stützpunkt. Ein Feature, das besonders im Mehrspieler-Modus für spannende Schlachten sorgen dürfte: Theoretisch könnte man eine verloren geglaubte Basis noch retten, indem man in letzter Sekunde eine Pikenier-Armada aus der Heimatstadt bestellt. Alles eine Frage der Erfahrungspunkte, die man sofort verbraten oder auch aufsparen kann. Die Einheiten ähneln im Großen und Ganzen ihren Vorgängern: leichte Fußtruppen, schwere Reiter, Spezialeinheiten wie alles-heilende Priester. Cool: Es gibt neutrale Indianer-Völker, die man durch das Errichten eines Handelsstützpunktes erschließen kann. Fortan kann man in deren Basis Spezialeinheiten bauen oder gleich eine Handelsroute über die gesamte Karte bauen. Dabei entdeckt man auch von Bären oder Banditen bewachte Schätze, die Ressourcen oder Gold beinhalten. Die Einheiten ordnen sich bei ihren Feldzügen automatisch in hübsche Formationen ein, die sich im Kampf allerdings viel zu schnell in Chaos auflösen. Daran muss Ensemble noch definitiv arbeiten.

Time goes by
Die Age of Empires-Serie im Zeitraffer: Während sich optisch viel getan hat, ist das Gameplay schon seit dem ersten Teil so gut, dass kaum noch großartig geändert wird.

Grafikwucht
Neu dabei ist unter anderem der Mörser, der uns optisch am meisten zugesagt hat: Langsam wird die dicke Kanone von vier Mann über das Feld gezogen. Einmal installiert, fliegen die Fetzen: Trifft das Baby in einen feindlichen Truppenverband, werden einzelne Soldaten wie Karnevalskamellen durch die Luft geschleudert. Bäume werden umgerissen, Gebäude fallen in sich zusammen - optisch ist „Age of Empires III" reiner Zucker. Sowohl Umgebungsgrafik als auch die Texturen von Gebäuden und Einheiten sind gestochen scharf. Hinzu kommen Schmankerl wie spiegelndes Wasser, kreisende Vögel oder abfallendes Laub. Trotz des hohen Detailgrads bleibt „Age of Empires III" hardwaretechnisch sehr genügsam, was den Entwicklern positiv anzurechnen ist. Schade, dass es uns nicht erlaubt ist, Screenshots aus der Beta zu veröffentlichen: Das Spiel braucht sich definitiv nicht zu verstecken und ist schon jetzt der sichere Hit, ohne das Rad wirklich neu zu erfinden.