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  • Act of War: Direct Action
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Terror machen

03.02.2005 | PC | Autor: Gleb

Ersteindruck:
75 - 84%
Selbst gespielt:
Nein

Eigentlich ist unsere Welt schon beängstigend genug – wir brauchen keine düsteren Zukunftsvisionen, da reichen die Abendnachrichten. Das französische Studio Eugen Systems hat sich trotzdem aufgemacht, mit „Act of War“ einen Technothriller im Stille von Tom Clancy zu erzählen: Die Terrorgruppierung „Das Konsortium“ überflutet die USA mit einer Gewaltwelle. Jetzt kann nur die Allianz mit Europa und die im Ausland stationierten US-Truppen helfen – und all der Schlamassel wegen zu hoher Ölpreise. Die klischeebehaftete Geschichte um brave Patrioten und Finstermänner aus dem Nahen Osten stammt aus der Feder von Buchautor Dale Brown, der mit fiktiver Militärliteratur vor allem in den USA gutes Geld verdient. „Act of War“ setzt seit langem wieder gefilmte Videosequenzen mit echten Schauspielern, die einst „Command & Conquer“ so groß gemacht haben. So wird es zwischen den Missionen Ansprachen des US-Präsidenten und nachgestellte TV-Nachrichten geben. Auf gescriptete In-Game-Sequenzen verzichtet „Act of War“ aber dennoch nicht.

Abrissbirne
Krieg mit harten Bandagen: Alle Gebäude – auch wichtige Denkmäler – sind zerstörbar.

Zum Spiel: Die Hauptressource sind Menschen, die man während der Missionen unter anderem aus Gefangenenlagern befreien und verpflichten kann. Später unterstützen auch Ölfelder, Banken und versteckte Schätze den „War on Terror“ – ein Szenario, das wohl nicht aktueller hätte sein können. Die drei Parteien (USA, Europa und das Konsortium) bringen über 100 Einheiten mit insgesamt 50 verschiedenen Upgrades auf das Schlachtfeld.

Ob Flugzeuge, Bodentruppen oder Schiffe, entspricht das Arsenal größtenteils den aktuellen technischen Gegebenheiten und erinnert stark an „C&C: Generäle“. Das Machtverhältnis ist klar: Die Staaten glänzen mit modernen Jagdbombern, den bekannten M1 Abrams-Panzern und Infanterie, die Terroristen hingegen mit billigen Kamikazeeinheiten und Waffen vergangener Tage. Die Europäer schließlich stehen irgendwo dazwischen und sind eine sehr ausbalancierte Armee, die von allem etwas hat. Besonders die taktische Vielseitigkeit hat bei der Entwicklung eine große Rolle gespielt: Panzer können mit stärkeren Geschossen nachgerüstet werden, Fußtruppen verbarrikadieren sich in Wäldern und Häusern. Nach und nach wird aus einer Gurkentruppe eine echte Dampfwalze – „Dawn of War“ lässt grüßen.

Größenwahn
Man muss nicht groß sein, um groß zu sein: Vor allem Infanterieeinheiten wirken im Vergleich zu den Gebäuden mickrig.

Fünfzehn Missionen lang kämpft ihr Euch durch London, Libyen, San Francisco, Ägypten und Washington D.C. Der Untertitel „Direct Action“ ist dabei wörtlich zu nehmen: „Act of War“ ist tempobetont, sich in einer Ecke einkesseln ist selten möglich. Entsprechend ist auch die Präsentation bombig: All die hübschen Gebäude sind komplett zerstörbar, inklusive bekannter Bauwerke wie das Weiße Haus oder der Buckingham Palace. Positiv ist, dass die Größenverhältnisse halbwegs realistisch sind - Kampfjets sehen endlich wie Kampfjets aus, nicht wie ein Rudel Krähen. Überall explodiert, dampf oder bröckelt was – die Atmosphäre ist herrlich und erinnert noch einmal an „Generäle“. Besonders gespannt sind wir auf den Mehrspieler-Modus, der aufgrund der Einheitenvielfalt ein taktischer Leckerbissen für all diejenigen sein sollte, denen drei Jahre „WarCraft III“ im Battle.Net langsam aber sicher auf den Senkel gehen.