- A Vampyre Story
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- Publisher: Crimson Cow
- Entwickler: Autumn Moon Entertainment
- Genre: Adventure
- Release: 19.11.2008
Abenteuer mit einer Vampir-Diva
04.12.2008 |
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Autor: Redaktion
Verschiebungen haben ihre Vorteile. Wenn nämlich mal ein Spiel nicht fertig wird, hat man die Möglichkeit, es entweder unfertig wie halbgares Cordon Bleu auf den Markt zu werfen oder einfach noch ein wenig daran herumzubasteln – bis das, was man sich vornahm, schließlich auch drin ist. Jetzt ist es aber neuerdings so, dass nicht nur völlig bugverseuchte Spiele unfertig in die Auslage kommen. „A Vampyre Story“ zeigt, dass es anders geht: Man kann ein Adventure nämlich auch mit einer halben Story vertreiben. Das ist wie rumzuknutschen und dann nicht unters T-Shirt zu dürfen: Echt frigide! Vor allem aber enttäuschend, denn bis dahin hat’s ja eigentlich Spaß gemacht.
Gut im Anbiss
Bereits das erste Kapitel, das im Schloss des Pausenvampirs Shrowdy von Kiefer beginnt, weiß durch die Bank zu gefallen. Euer Plan ist es, das Schloss zu verlassen und nach Paris zu kommen, um endlich eine große Opernsängerin zu werden. Bis ihr aber auch nur das erste Zwischenziel erreicht habt, können, je nach Spieler, locker 10 Stunden über den Jordan gehen. Dabei sind die Rätsel glücklicherweise immer fair, denn es gibt für alles Hinweise. Das hat den Vorteil, dass ihr nicht sinnlos rumprobiert, bis endlich irgendwas passt (das ist bei manchen Rätseln auch der Komplexität wegen gar nicht machbar), sondern alles untersucht, bis euch irgendwann die rettende Idee in den Schoß fällt. So habt ihr dann auch meist das Gefühl, selbst draufgekommen zu sein, denn die Hinweise sind eher ein feines Zwinkern als ein Klaps auf den Hintern. Und hiermit möchten wir auch offiziell unseren Wettbewerb „Zähle die zweideutigen Formulierungen“ einläuten.
Die richtige Anzahl bitte in den Kommentaren hinterlassen. Wir verlosen … irgendwas. Was Tolles! So … wo waren wir? Ah, ja: Überaus löbliches Gamedesign kann man bis hierher attestieren.
Englisch von Anfang an!
Habt ihr das Schloss verlassen, macht ihr sehr schnell mit der hilfreichen Wahrsagerin Madame Strigoi Bekanntschaft, die euch auch in die Feinheiten des Vampirdaseins einführt. Denn so ist sie, Mona, unsere Spielfigur: Allein wäre sie nie darauf gekommen, dass sie neuerdings Leuten auch noch das Blut abzapfen kann.
Wer jetzt an „Französisch“ denkt, denkt nicht allzu verkehrt, denn die gute Dame ist tatsächlich französischer Abstammung. Dummerweise hat sie das mit dem Französisch nur im Original gut drauf. In der deutschen Fassung hingegen hat man den Auftrag „lustig-charmanter Akzent“ wohl in den falschen Hals bekommen. Denn, so nett ihre Stimme auch anzuhören ist, der gezwungene und inkonsequente Akzent nagt über die Zeit immer mehr am Spieler, bis er schließlich extrem nervt.
Die humorvollen Dialoge sind gelungen, die deutsche Synchronisation ist aber eher mittelprächtig. Zum Glück darf man auf die Originalstimmen zurückgreifen.
Eigentlich cool also, dass man sich auch dazu entschließen kann, anstelle der deutschen die englische Version zu installieren. Blöd allerdings, dass man nicht im Spiel zwischen beiden Sprachfassungen wechseln darf. Denn bis man genervt genug von der deutschen Sprachausgabe ist, ist man auch so weit, dass man nur ungern auf Englisch von vorn anfängt. Leider werden die Savegames nämlich nicht in die andere Version übernommen.
Spielerisch gibt es eigentlich wenig auszusetzen. Gut, unsere Spielfigur bewegt sich sehr behäbig, aber prinzipiell bekommt man so ziemlich das geboten, was man von einem humorvollen Adventure erwartet. Schön ist, dass die Vampir-Thematik gelungen umgesetzt wurde. Die Fähigkeiten und Einschränkungen, die man im Nach(t)leben hat, sind nämlich das Brot und die Butter der Rätsel. Da gilt es Golems zu erschaffen, Geister zu verarschen, Knoblauch und Kruzifixe aus dem Weg zu räumen, Leute auszulutschen und so weiter. Besonders gut gefiel die Stimmung im Spiel. Zwar ist es – wenig überraschend – die ganze Zeit über Nacht, aber das Winter-Setting passt wunderbar in die aktuelle Weihnachtszeit. Und die Musik ist praktisch die Schokosauce auf der Stimmungs-Schokotorte (Na, fällt euch auf, wie eigentlich harmlose Sätze im Rahmen unseres Wettbewerbs auf einmal ganz furchtbare Bilder heraufbeschwören können?). Endlich mal ein Spiel, in dem die akustische Untermalung mehr als Mittel zum Zweck ist. Auch sonst legt euch „A Vampyre Story“ keine Steine in den Weg.
Die Steuerung ist beispielsweise sehr intuitiv; haltet ihr die linke Maustaste gedrückt, erscheint ein Kreuz, das euch eure Aktionen auswählen lässt (hinfliegen, nehmen, untersuchen, ansprechen). Animationen, Gespräche und Zwischensequenzen sind meist mit der Leertaste abzubrechen – was ihr bei dem langsamen Rumgejuckel eurer Spielfigur irgendwann auch intensiv nutzen werdet.



