- 1944: Winterschlacht in den Ardennen
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- Publisher: Digital Jesters
- Entwickler: Monte Cristo
- Genre: Echtzeitstrategie
- Release: 01.04.2005
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Kühl belagern
29.04.2005 |
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Autor: Gleb
So langsam haben die Spieleschaffenden jede Schlüsselschlacht des Zweiten Weltkrieges auf CD-ROM gebannt: Von der Nordafrika-Offensive in „Desert Rats“ (Krawall-Wertung: 79%) über die Erstürmung der Normandie in „D-Day“ (Krawall-Wertung: 75%) geht es nun in die Ardennen. Getreu dem Titel konzentriert sich das Spiel auf den Zeitraum zwischen Sommer 1944 und Frühjahr 1945: Obwohl das Schicksal des Dritten Reiches besiegelt zu sein scheint, rüstet sich die Wehrmacht für eine letzte Entscheidungsschlacht. Und das mit Erfolg: Neue Waffen wie der „Jagdpanther“ und eine ungeahnt produktive Aufrüstung stoppten den alliierten Vormarsch im Osten Belgiens. „1944: Winterschlacht in den Ardennen“ setzt einige Monate vorher an und skizziert den Weg der Amerikaner von den Stränden der Normandie zur Reichsgrenze. Verteilt auf drei Kampagnen führen euch 20 Missionen an markante Wendepunkte wie den Kampf um Bastogne oder das „Tor zum Reich“, die Brücke von Remagen. Laue In-Game-Sequenzen machen Meldung über den aktuellen Stand der Dinge. Allerdings wurden sie mit einem Störungsfilter einen Tick zu sehr auf alt getrimmt. Immerhin gelingt der Übergang in die Mission: Nahtlos gelangt der Spieler aus der Sequenz auf das Schlachtfeld. Wie schon bei „D-Day“ fehlt jedoch ein zusammenhängender Plot - ein Paar Identifikationsfiguren à la „Brothers in Arms“ hätten nicht geschadet. Dafür bemühen sich die Entwickler um historische Authentizität.
Artgerechte Haltung
Der Jagdpanther ist eine sehr effektive Waffe. Entsprechend zentral ist seine Rolle in einigen Missionen, in denen ihr seine Zerstörung tunlichst verhindern solltet.
Alle Staffeln und Bataillone tragen die korrekten Bezeichnungen und selbst die Wetterverhältnisse will man rekonstruiert haben – Kenner der Materie freuen sich entsprechend auf „Aha“-Erlebnisse. Wer die Vorgängerspiele kennt, wird aus den Déjà-Vus ohnehin nicht herauskommen: Obwohl „1944“ von einem anderen Team entwickelt wurde, hat man vom Interface bis hin zur Optik der Vorgänger so ziemlich alles übernommen.
Das unterhaltsame Tutorial sollten sich aber selbst alte Hasen nicht entgehen lassen. Was das Aufgabenspektrum angeht, fährt Monte Cristo einen guten Mittelweg mit schnellen, actionreichen und eher geruhsamen, taktischen Missionen: Mal bekämpfen wir mit einem kleinen Panzerverband die halbe Wehrmacht, mal verteidigen wir eine Stellung gegen andauernde Stichelangriffe aus allen Himmelsrichtungen.
Feuereifer
Wem es bei der Winterschlacht in den Ardennen zu kalt wird, packt einfach den Flammenwerfer aus. Die Grafik des Spiels ist nach wie vor ordentlich.
Die Tatsache, dass man im Spiel Deutsche wie Alliierte zu steuern bekommt, bringt zusätzliche Abwechslung.
Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen
Von der JU 52 bis hin zum Sherman-Panzer wurde jedes geschichtsträchtige Kriegsgerät umgesetzt. Doch nützen alle Spezialfertigkeiten nichts – die Infanterie kann sich unter anderem eingraben – wenn die künstliche Intelligenz daneben haut. Obwohl wir das schon bei „D-Day“ bemängelt haben, laufen die Soldaten in „1944“ immer noch mit offenen Armen ins Feindesfeuer. Auch ist die Wegfindung nicht optimal, was vor allem bei größeren Panzerverbänden in Fummelarbeit ausartet. Die gute Grafik lindert diesen Schmerz bedingt: Es kracht und scheppert ordentlich, die meisten Objekte sind zerstörbar und auch in der höchsten Zoomstufe bleibt „1944“ detailverliebt. Schon von weitem kann man Flammenwerfer vom gemeinen Schützen unterscheiden, und spätestens wenn ein Luftangriff über die verschneiten Nebelwerfer donnert, findet man die Präsentation sehr angemessen. Die Tatsache, dass die meisten Schlachten in dichten Wäldern spielen, wirkt sich allerdings negativ auf die Übersicht aus: Trotz Minimap verliert man andauernd die kleinen Fußtrüppchen. Da hilft auch hurtiges Hin- und Herdrehen der Kamera nichts: Nächstes Mal sollten die Umrisse der Einheiten durch die Baumtexturen angezeigt werden. Apropos Bäume: Akustisch reißt das Spiel keine aus. Besonders bei den Effekten hätte man eindringlicheres Schlachtengetöse erwartet. Dafür war man sich für eine interessante Einheitenenzyklopädie nicht zu schade, die den Budgettitel für Militärkundige noch etwas aufwertet.



